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Endlich einmal ein Video
25. April 2013 von Matthias

Darauf hat die Welt gewartet.

Dieser Blog ist ohnehin schon eine der zentralen täglichen Anlaufstellen im Internet für hunderttausende, wenn nicht gar Millionen von reisebegeisterten Surfern, die jeden neuen Eintrag mit Spannung erwarten und wenn es einmal mehr als ein, zwei Tage ruhig wird, das Postfach des Autors mit besorgten Anfragen zu sprengen drohen.

“Ist etwas geschehen?” fragen sie.

“Bist du noch wohlauf? Wo führen deine spannenden Reisen dich als nächstes hin? Ist es wahr, dass es diesen Blog schon länger gibt als Twitter und wann gehst du damit an die Börse und wie kann ich an Vorzugsaktien kommen?” und was derlei Fragen mehr sind. Die Mitarbeiter des Autors, die in drei Acht-Stunden-Schichten 24/7 in einem fensterlosen Verlie… ah, Büro in Bangladesh vor sich hinwerken, sind zwar bemüht, alle Bedenken ehebaldigst zu zerstreuen und den Wissensdurst hinreichend zu stillen, über kurz oder lang bleibt es aber natürlich am Autor dieser Zeilen hängen, der Welt ein weiteres Update und ein neues kleines, literarisches Meisterwerk zukommen zu lassen, damit die Produktivität in den heimischen Büros nicht vollständig zum Erliegen kommt.

Mit dem heutigen Post schlagen wir ein weiteres Kapitel in der Geschichte der technischen Meilensteine dieses Blogs auf: nach der vielfach kopierten Kommentarfunktion und den Bildergalerien darf die geneigte Leserschar nun erstmalig ein vom Autor nicht nur gefilmtes, sondern auch liebevoll geschnittenes und aufbereitetes Video in Augenschein nehmen, in welchem in etwa viereinhalb Minuten zu Dubstep-Klängen ein kleiner Einblick in einen Tauchaufenthalt auf Havelock Island (Indien) gewährt wird.

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Someone To Dive For
29. Dezember 2009 von Matthias

Planänderung. Nicht nur, dass wir praktisch die ersten zwei Wochen unseres Laos-Urlaubs auf Koh Tao in Thailand verbracht haben, nein, eben haben wir eine Nachtboot/Flug/Flug-Kombination nach Chiang Mei gebucht, im Norden Thailands, womit das Laos-Thema entgültig eines nicht ganz unerwarteten Todes gestorben sein dürfte.  Zum Wummern der elektronischen Musik und dem Knattern fehlzündender Mopeds, die uns Nacht für Nacht in den Schlaf wiegen, gesellt sich nun auch das traurige, einsame Weinen meines Laos-Footprint Reiseführers, der unbeachtet auf einem rohgezimmerten Holzregal vor sich hinvegetiert.

Warum? Zum einen ist mit Tauchen vorläufig Schluss (immerhin bin ich jetzt Ntrox-zertifiziert, d.h. ich darf mit Luft tauchen, die bis zu 40% Sauerstoff enthält, was gleichzetig sicherer, gefährlicher und überhaupt und ausserdem bemerkenswert ist), weil Heinz’ Ohrenentzündung eine klassische Kurpfuscher-Fehldiagnose war – tatsächlich wurden seine Innenohren (ein Plural, der zugegebenermassen seltsam anmutet) durch ein Druckausgleichstrauma quasi zu blutend-eitrigen Geschwüren, deren Entfernung durch Totalamputation legiglich noch durch ästhetische, aber keinesfalls medizinische Gründe abgewendet werden konnte, zum anderen hat sogar mich ein kleiner Fieberanfall niedergestreckt, dessen Mysterium die hiesigen Ärzte nun durch einen Bluttest auf die Spur zu kommen versuchen.

Nachdem also alles was Spass macht, verboten ist (ins Wasser gehen und Alkohol trinken), können wir uns die Similan Islands eigentlich auch schenken, also werden wir Neujahr noch hier im Kreise unserer Tauchgenossen feieren und danach ins Landesinnere wechseln, von dem gesagt wird, dass es sogar versteinerte Herzen wie das meinige zu entzücken vermag.

* * *

Nun sollte ich aber eigentlich von Mike erzählen, sagt Heinz, weil Mike ist ein bisschen so, wie wir auch sein wollen würden, wenn wir bloß cool wären, was wir natürlich schon irgendwie sind, aber, möglicherweise zumindest, vielleicht auch nicht. Die Frage ist ja, ob man cool ist, wenn man sich selber cool findet, oder nur dann, wenn einen die anderen cool finden, oder ob es dazu universeller Zustimmung bedarf – eine Frage, die in Wissenschafterkreisen und insbesondere der Asterix-Exegese als Troubadix-Paradox bekannt ist.

Vielleicht kann Mike, den wir als DMT (Divemaster trainee) kennengelernt haben, uns helfen, ein wenig Licht auf diese Angelegenheit zu werfen. DMTs sind ja noch ärmer dran als unbezahlte Hilfsarbeiter, denn sie müssen die ganzen Sachen erledigen, die sonst keiner machen will, Gewichte zählen und Tankflaschen tragen etwa, dürfen für dieses Privileg aber auch noch tief in die eigene Tasche greifen. So wie PraktikantInnen halt, die für’s Praktikum auch noch zahlen. Wenn Mike die vor jeder Ausfahrt notwendige Rede halten muss, wo wie was warum und überhaupt welches Boot, für all die neuen Taucher bei Big Blue, trägt er das nicht wie seine Kolleginnen und Kollegen wie ein manischer Animateur aus Ibiza vor, sondern in einem ähnlich apathischen Tonfall wie Cake den alten Gloria Gaynor-Hit “I Will Survive” covern – einen Hauch über der Einschlafgrenze, aber durchaus nicht uncharmant.

“So what do you do when you’re not travelling?” frage ich ihn. Obwohl er aus dem Hexenkessel New York stammt, legt er die träumerische Nonchalance von jemanden an den Tag, der dem Teufel ins Angesicht geschaut und sich gähnend abgewandt hat.

“I could tell you, but then I’d have to kill you”, erklärt er, doch durch beständiges Nachbohren stellt sich heraus, dass er zuhause in die Aufzucht und den Verkauf von diversen Gewächsen involviert war. Ultraviolettes Licht soll eine nicht unwesentliche Rolle gespielt haben. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es da noch ein paar frühere Geschäftspartner gibt, die für die Information, wo Mike zu finden ist, durchaus bereit wären, ein bisschen Geld in die Hand zu nehmen. Oder ein paar Arme zu brechen.

“But, anyway, that’s all behind me now”, sagt er, “I’m a divemaster now. A changed man.”

Und während die anderen DMTs und DMs alle eine eingeschworene Gemeinschaft bilden, die gemeinsam bis in die frühen Morgenstunden cocktailkübelt und sich gegenseitig mit Messern in den Rücken fällt, wenn sich die Gelegenheit ergibt, scheint er ein bisschen abseits des Trubels zu stehen. Dass er trotzdem nicht nur leicht Kontakte knüpft, sondern auch den einen oder anderen Treffer bei AI-Research-Engländerinnen landen kann, hat Heinz schon angedeutet.

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24. Dezember, Heiligabend. Das Tauchboot Navakid pflügt durch hohen Seegang, wir müssen uns an den Holztischen und der Reling festhalten, während sich unten an Deck seekranke Mittaucher auf dem Boden ausstrecken und leiden und sich ihres Mittagessens entledigen.

“It’s like a trauma center down there”, sagt Mike, dem die Wogen natürlich ebensowenig anhaben können wie mir, “there’s people all over the floor.” Und dann gibt er allerhand Seemannsgarn zum Besten, von Stürmen und nahezu gekenterten Booten, bis wir endlich wieder tauchen gehen dürfen. Eine ganze Gruppe bleibt oben, weil ihr so schlecht ist, andere übergeben sich erst, als sie inmitten des ins Wasser gespieenen Breis anderer wieder auftauchen müssen. Es ist kein schöner Anblick.

An diesem Abend, beim Christmas Dinner, das im Wesentlichen eine etwas zahmere Version der Weihnachtsfeier von zwei Tagen zuvor ist, sehen wir ihn übrigens auch das einzige Mal in einem Hemd, nicht mal beim Tauchen zieht sich der gute Mann etwas an. BCD und Tankflasche auf den nackten Rücken geschnallt reicht ihm vollkommen.

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Bevor dieser Blog homoerotischer Untertöne beschuldigt wird, möchte ich schon auch anmerken, dass es natürlich auch Frauen gibt, hier beim Tauchen, von denen es sich lohnen würde, zu berichten, aber dieser Eintrag ist so oder so schon zu lang. Und irgendwie war die Party-Mentalität voriges Jahr auf Utila schon nicht so meins, und hier auf Koh Tao… naja, wenn das Tauchen nicht gewesen wäre, ich weiß nicht.

Gestern liegestuhlen wir mit Layla, einer Frankoschweizerin am Strand herum, und ich erzähle von den T-Shirts, die ich mir anfertigen lassen sollte. “Suicide by trigger-fish” (nur lustig, wenn man die zugehörige Handgeste kennt, aber egal), ist eines.

“Or I could do one that would be a bit…”, ich wende mich an Heinz, “was heißt selbstverliebt?”

“Narcissistic?”

“Yeah, one that would be a bit narcissistic. It would read Someone To Dive For.”

Layla ist nett genug, das lustig zu finden.

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Mike hat seine Divemaster-Prüfungen alle bestanden und ist mittlerweile, nach drei Monaten auf Koh Tao, aufgebrochen. “I’ll bum around Laos for a couple of weeks”, sagt er, “and then I’ll go to India and bum around there for a few months.”

So ist das also.

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Dive another day
23. Dezember 2009 von hekker

Eigentlich haette das naechste Blogposting erst morgen erscheinen sollen mit dem ansprechenden Titel: “Dive Hard” und noch mehr enthusiasmierte unbrauchbare Erlebnisberichte beinhalten. Aber wenn ich das gemacht haette, dann waere das uebernaechste ein Bericht ueber das Erlernen der Gebaerdensprache geworden. Weil zum Glueck habe ich heute Vormittag beschlossen, dass das Leben in der Wattewelt keines ist und das alles nicht nur vom Kater kommt. Der lokale Kurpfuscher hat ein altertuemliches Petroleumlicht aus seiner Pergamenthuelle gerollt und mir damit ins Ohr gelugt, das Thai-Aequivalent von Tsk tsk tsk gesagt und auf ein paar handlich vorbereitete Zettel gedeutet. Ohrinfektion stand auf einem, und “Level 3: Hemmorhage” am anderen. Er belud mich mit einem Haufen bunter Pillen und Ohrtroepfchen, Steroiden, Brufen und unidentifizierbares, verbot mir fuer 5 Tage das Betreten des H2Os und schickte mich wieder auf den Weg.

So. Jetzt habe ich ein kleines Problem. Wie man sich vielleicht erinnert, sind wir hier auf einer Insel. Auf einer recht kleinen noch dazu, so wo es Leintuchfalt-Zeitzuteilungen gibt, weil 2 Leute das nicht gleichzeitig koennen ohne sich gegnenseitig ins Meer zu stossen. Die ganze Attraktion ist: Meer, Meer und dazwischen ein wenig ins Meer gehen, und wenn man damit fertig ist: Warum nicht eine Runde schwimmen. Was tun?

Ok, das war ja nun wirklich noch nie mein Problem. Buecher hab ich eh genug mit (und ich koennte die 50-Baht-Wette noch gewinnen, dass ich “Die Philosophie des Abendlands” von Bertrand Russel schaffe), einen Schleppi auch, da koennt ich theoretisch diplomarbeiten (obwohl, Metabolismus Schmaehtabolismus, das Zeug ist grad soooo weit weg) und ich glaube, einen Halbtag kann man sich schon mit einer Latschrunde um die Insel amuesieren. Aber recht blogbar ist das alles nicht, deswegen vielleicht ein wenig weniger zu lesen in den naechsten Tagen.

Wie auch immer, am 28. wird wieder getaucht (wir lehnen beide sehr stark in Richtung Similan Islands – Manta Rays! – da haett ich gern schon den Advanced) und derweil gibt’s ein paar der gestern versprochenen Photos.

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