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Pairadise City
07. Januar 2010 von hekker
Pai, au wei. Manchmal ist es nicht gut, einen Ort zweimal zu besuchen. Vielleicht liegt’s auch an meiner Erkaeltung, vielleicht bin ich auch einfach nur traurig wegen (Quick! Fetch the Cloak of Silence!). Jedenfalls ist aus diesem idyllischen Bergdorf, quasi Honigfalle, die Durchreisende mit Gemuetlichkeit und entspannten Plaudereien wochenlang in seinen Bann zog, so eine Art Livigno (auch genannt die Warze der Alpen) geworden. Man verstehe mich nicht falsch, das Essen ist gut, unser Bungalow gemuetlich und immerhin gibt’s jetzt guten Kaffee 3mal an jeder Ecke (war ja damals ein Drama), aber irgendwie seltsame Stimmung wegen Ueberkapazitaet und alles halbleer und die wenigen Backpacker (ehrlich, sind ja der Hauptgrund, warum man selbst backpacken geht) verlieren sich hilflos im Strom von Thaitouristen. Wir waren auch schon in der Bebop-Bar, wo dann eh der Baer los ist. Sehr fein, Thai Reggae, Gin Tonics und Motorrad-Gang-Expats. Gestern hingegen: Crash total. Ich glaube, ich sollte meiner angeschlagenen Gesundheit nur mehr Thermenurlaub zumuten, und das maximal in Bad Voeslau, weil Steiermark, da reden die Leute schon komisch und dem Wasser kann man nicht trauen. Heute war jedenfalls eh nett, zuerst murmelmurmel (genaue Natur der Aktivitaet verschwiegen, um die Maennlichkeit der Unschuldigen zu bewahren, nur so viel: Wir hantierten mit Messern und schweren Moersern) und morgen 2 Tagesausflug mitn Schlauchboot (Raften kann man das um diese Jahreszeit anscheinend nicht nennen; jedenfalls schon viel Feuchtsport fuer jemand, der Wasser so richtig gar nicht mag).
Chiang Mai dagegen, manchmal soll man einen Ort doch zweimal besuchen. Weil damals fand ich die Stadt ja gruslig: Heiss, stressig, schiach und man wird an jeder Ecke von gelangweilten Tuktuk-Fahrern genervt. Vielleicht liegt’s auch am Kontrastprogramm, weil Party-Koh Tao und dann Bangkok, wo schon waehrend des Duschens schon so schwitzt, dass man pickig rauskommt, da wirkt Chiang Mai wie Frischluft am Plumpsklo. Das Programm war ja auch nicht gerade stressig: Sunday Walking Street ist so eine Art Nachtmarkt in der Altstadt, wo man gemuetlich rumschlendert, dies & das anschaut und versucht, die 1000 Strassenfutterstaende leerzuessen (keine Chance!). Da gibt’s alles, sogar Sushi (nicht unlecker). Julie’s Guesthouse, empfohlen von Leila, war auch ganz gemuetlich. Sieht aus, als ob ein Wirbelsturm durch den Sperrmuell gefegt ist und irgendwer hat das Ergebnis schnell zusammengenagelt. Eigentlich mehr so ein riesiger Backpackerverschiebebahnhof: Alle sitzen im Garten rum und warten. Dann kommt wer und schreit: “Room Number 101!” und man kriegt sein Fruehstueck. Dann kommt wer und schreit: “Thlee day trekking!” und ein paar stehen auf und gehen mit. Irgendwer schreit: “Whitewater Rafting!” und 2 Leute legen die Billard-Queues weg und gehen mit. Endlich: “Minibus Pai!” und dann sind wir auch dran. Wenn man nicht ausgerufen wird, kann man oben am Dach in der Haengematte rumliegen und den Geckos zuschauen, wie sie Geckosachen machen (also auch nix) oder aufs Klo gehen (sehr Scrubs). Und 4 Euro fuer ein Zimmer.
So schaut’s jedenfalls aus im Schneckenhaus. BTW: Fun Fact about Pailand (I): Der Wortwitz wurde ja hier im 2. Jhdt. v.Chr. erfunden. Jedenfalls liest man ueberall Pairadise, Paioneer, Pailand, Applepai (leider inkonsequent, da gibt’s iPods, keine paiPods), Honeypai, Paitl, nur Pairates hat Matthias vermisst. (Eins davon ist uebrigens erfunden, Spezialpreis, wer es als 1. findet).
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Verkatert in Chumphon
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Bahnhof Bangkok
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Sehr gemuetlich!
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Tand am Markt
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Lange Nacht der Tempel war auch
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Atheisten bringen so was schoenes nicht zusammen
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Nachdem der Hut versagt hat, naechster Versuch
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Markttreiben
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Freiluftakakiko; Kuehlung? Is eh nur roher Fisch
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Am Markt: Macht in Hoellentempo Teigfische mit Fuellungen, sehr lecker
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TBI-Aussenstelle Pai
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Avoiding the Optimistic Gap
07. Januar 2010 von hekker
Angesichts der dramatisch fallenden Kommentar- bzw. Facebook-Like-Aktivitaet hat das downtheroad.at-Kollektiv einstimmig beschlossen (wurde von den Sponsoren dazu gezwungen), externe Berater hinzuziehen. Kinsey, Seinfeld & Waterhouse haben auditiert, analysiert und schlussfolgerten, dass diese bescheidene Postille in den sogenannten Optimistic Gap, auch genannt Lila-Launebaer-Luecke, gefallen ist. Kurz gesagt, keine Sau interessiert sich dauerhaft fuer: Alles urleiwand, man will viel lieber Traenen, Trauer und Drama. Deswegen hier ein kurzer Exzerpt aus den privaten Aufzeichnungen eines der Hauptschreibbeauftragten.
Confidential, not for publication. I mean, like, ever!
Also wenn “Inselurlaube sind super” nicht die groesste Massenhalluzination ist seit, ich weiss nicht. Es ist schrecklich, einfach nur schrecklich. Wenn man nach einer schlaflosen Nacht aufwacht und es so heiss ist, dass man schon vom Zaehneputzen Wildwasserbaeche aus den Achseln entwickelt, dann kann’s kein guter Tag werden. Wie denn auch? Es gibt ja nix zu tun! Am Strand rumlurchen, wo grausige Wampen und eklige Weibsbilder aufgereiht liegen wie die Wuerschtel am Grill? Ins Wasser gehen, wo die braunen Broeckerl rumschwimmen und die Fische und Kinder reinlullen? Tauchen? 1000 Tonnen Zeug umschnallen, Salzwasser schlucken, Meerviecher anschauen, wieder rauf, is eh alles gleich und dann sind die Ohren hin, wenigstens hoert man so die langweiligen ewig gleichen Tauchangebereien der hypercoolen Tauchmeister nicht.
Nix, also rumsitzen, nicht bewegen, irgendein Schrottbuch lesen, wenn dich nicht grad irgendwelche uninteressanten Leute zuschwafeln wollen ueber wie super alles ist und mich fuer ein leichtes Opfer halten. Und dieser grausige Reisfrass und sich vormachen, dass das beste Essen ever ist? Gebt mir Leberkaesesemmeln jeden Tag. Und such mal einen grossen Braunen, pah. Capuccino, Cafe Latte, lauter G’schloder, und das ewige Grinsen von den Thais dazu, und diese als Sprache bezeichnete Erbrankheit, bitte Frack und Grantig und Simmering-Deutsch jeden Tag.
Und am Abend? Von Moskitoschwaermen von einer Tschinnbumm-Bar in die naechste getrieben werden, also jede Schirmbar in St. Anton ist Konzerthaus dagegen. Sog. “Cocktails” aus Kuebeln, wo man froh sein kann, wenn Rohypnol drin ist, dann kriegt man wenigstens nix mehr mit. Der Hoehepunkt des Abends: Skinny Dipping. Ratet mal, wer als einziger alleine rauskommt. Wenn dir dann dein Zeug nicht gefladert wird, ist das eh super, aber es kommt dir nicht so vor, weil grauslig, nass, und Dreckssand ueberall, der rinnt dir Tage noch aus allen Falten und Ritzen.
Also wirklich, eigentlich will ich mich unter die naechste Kokospalme legen und der Schwerkraft ihren Lauf lassen, kumm owa, Nuss, erloese mich. Aber nein, auf ins Internetcafe und den naechsten Artikel schreiben: Au ja! Jippdidei! Es ist so fein!
So, zurueck zum Normalprogramm
Tags: Gesuder Posted in Thailand | Kommentare deaktiviert
Fun Facts About Thailand (I)
02. Januar 2010 von Matthias
So. Nachdem ich letztens uebelst geruegt wurde (und obwohl ich erstmalig keine Umlaute tippe, bin ich doch nicht Heinz, der das schreibt, sondern Matthias), nachdem ich also geruegt worden bin, ich solle nicht so altersungemaesse Blogpostings ueber das Leben von Twentysomethings schreiben, habe ich mir brav vorgenommen, ein bisschen Landes- und Kulturkunde zu verbreiten und von einer zentralen Institution Thailands zu berichten, die das soziooekonomische Gefuege dieses Staates praegt und zusammenhaelt wie keine andere.
Und damit meine ich mitnichten die koenigliche Familie, sondern die allgegenwaertigen 7-Elevens, die einem an jeder zweiten Strassenecke ihre arktische Klimaanlagenluft entgegenhauchen. Urspruenglich von Buddha gegruendet, um dem Plebs die Moeglichkeit zu geben, sich ein paar Minuten kontemplativer Erholung von der drueckenden Hitze der Strassen- und Feldarbeit zu goennen, avancierten sie schnell zu bunten Maerkten, wo man auf allerlei handgefertigte Thai-Kunstwerke und landesspezifische Koestlichkeiten wie Billigsonnenbrillen, Colgate Zahnpasta und Coca Cola stossen kann. Fuer die Thais Inbegriff ihrer jahrtausendealten Kultur und idosynkratischen Lebensgewohnheiten, quasi ein Wohnzimmer fernab der eigenen vier Waende, duerfen die heiligen Hallen des 7-Eleven doch im Gegensatz zu anderen religioesen Orten wie Tempeln, Guest-Houses und Restaurants oder Strand-Bars auch mit Flip-Flops oder Strassenschuhen betreten werden, was ihren alles einschliessenden Charakter gut beschreibt< niemand muss draussen bleiben, Coca Cola ist fuer alle da.
Kein Wunder also, dass diese, oft in 12. Generation in Familienhand gefuehrten Oasen des arktischen Konsumwahns (die Luft ist ja auch deshalb so kalt, damit man die eisigen Schauer nicht spuert, die einem beim Anblick der fettigen 20-Cent Wuerstel auf dem Grill neben der Kasse den Ruecken runter rinnen) -; kein Wunder, dass diese so typisch suedostasiatischen Kulturdenkmaeler also sich rasant in der westlichen Welt, besonders den Vereinigten Staaten von Amerika, ausgebreitet haben.
Die wenigsten wissen um den buddhistisch-historischen Hintergrund genau Bescheid, auch wenn sich kaum ein 7-Eleven Besucher eines unterschwelligen Gefuehls der Ehrfurcht erwehren kann. Ihr seid jetzt jedenfalls informiert – ein Foto eines originalen Thai-7-Elevens wird irgendwann nachgereicht, versprochen.
Zum Abschluss noch einmal Geburtstagsglueckwuensche, ganz wichtig: Brigitte, die heute einen besonderen Geburtstag feiert. alles Liebe, alles Gute. Ich werde mich ein bisschen in einen 7-Eleven stellen, da ist es dann auch fast so kalt wie bei dir in Wien. Weil Empathie ja quasi mein zweiter Vorname.
Dein Tag wird aber mit Sicherheit besser, als in Bangkok zum Ohrenarzt zu gehen.
Tags: 7-Eleven, Geburtstagsglueckwuensche Posted in Thailand | 1 Kommentar »
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