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Was haben wir gelernt?
von hekker

So ist das, kaum hat ein Urlaub so richtig angefangen, ist er auch schon wieder vorbei. Ich bin nur ein wenig traurig, dass mein Alleseinschaasartikel anscheinend von allen fuer bare Muenze genommen wurde. Ich meine, mir ist schon bewusst, dass ich ein Mensch bin, der, gaebe es eine Suderolympiade, nicht einmal hingehen wuerde, weil eh fuer die Fisch und lauter Wappler dort. Aber das?! Naja.

Gleich zweimal krank werden hat halt echt nicht sein muessen. Nicht einmal zum Raften bin ich gekommen, weil mich eine derartig orge Verkuehlung in die Haengematte gestreckt hat, kein Vergnuegen, Haelfte auch genug. Sogar die chinesische Medizin habe ich ausprobiert, die der Raftingchef Matthias fuer mich empfohlen hat. Aber was soll ich sagen, nachdem ich das uebelriechende Pulver mit Wasser zu einer kackbraunen Matschsauce verruehrt hatte und runtergewuergt, leider keine Spontanheilung, aber mir war so schlecht, dass mir die Verkuehlung auch wuerstel war fuer ein paar Stunden. Jedenfalls wurde Pai so zu einer Fortsetzung von Koh Tao, nur halt Haengematte am Flussufer, ansonsten viele Buecher und ein wenig Diplomarbeit wie gehabt. Pai ist eigentlich der beste Ort der Welt, um krank zu sein: Schoen warm am Tag, in der Nacht kuehlt es angenehm ab, im Umkreis von 250 m hat man alles, was man sich wuenschen kann: Vom French Toast mit Cappucino zum Fruehstueck, Khao Pad oder Pad Thai oder ein Kokosmilchsupperl zu Mittag, der Nachmittagskaffee bei der Lieblingskaffeestandlfrau eingenommen, und am Abend dann Essen gehen, Thai oder zur Abwechslung doch Falafel oder Pizza, vielleicht noch abgerundet mit einem Banana Roti (so palatschinkenmaessig) bei dem einen Mann mit dem Fu Man Chu-Bart. Das koennte ich noch wochenlang machen.

Vielleicht wird’s ja wirklich Zeit, dass ich den Rucksack gegen so ein Rollkofferdings austausche (spuck) und Waldviertel soll ja auch nett sein. Jedenfalls habe ich mehr Apotheken von innen gesehen als Tempel, auch was.

So, bevor ich jetzt (diesmal berechtigerweise) der Jammerei bezichtigt werde: Es is eh super. Thailand ist ja wirklich recht einfach zu bereisen, da braucht sich keiner fuerchten. Der Backpackertrail ist so breit ausgetreten und bequem gepolstert, man koennt fast glauben, das ganze Land ist ein einziger riesiger Urlaubsclub mit fuer alle was und ohne Animateure, dafuer mit besserem Essen. Weil ehrlich, die “Eating”-Sektion im Lonely Planet haetten sie sich ruhig sparen koennen, weil man schafft es ja eigentlich nicht, irgendwo 100 m zu gehen ohne das eigene Koerpergewicht in lecker Thaifood zu sich zu nehmen. Sogar die Touristenbahtausquetschung ist aufs absolut notwendige Minimum beschraenkt, man tut sich echt schwer, wirklich beschissen zu werden, und wenn, dann sind’s ein, zwei Euro zu viel und eigentlich herzig. Es ist so entspannt, man kann echt in dunklen Seitengassen sitzen und aus 1000-Baht-Scheinen Papierflieger basteln und durch die Gegend schiessen, freundliche Thais werden sie dir zurueckbringen und sich fuer die Stoerung entschuldigen.

Zum Unterhaltungsangebot; wenn einem Tauchen, Strandliegen, Schnorcheln, Trekking, Raften, Mountainbiken, Klettern, Quadfahren und Tempelanschauen schon reicht: Ein Cocktailkuebel oder zwei, und schon ist wieder alles lustig. Vor allem in Pai war das Nachtleben ja wirklich ein Hit: Livemusik an allen Ecken und Enden, viel Jazz, Reggae und Rock, Strassenbars und Pubs. Auf Koh Tao muss man halt damit leben, dass die noch immer CDs aus dem Container spielen, den sie in Ibiza vollgeschmissen haben mit lauter Sachen, die dort keine Sau mehr hoeren kann, aber siehe Kuebel.

Alles in allem ist es ja wirklich ein Kunststueck, hier keinen Spass zu haben, und ich muss sagen: Ein wenig bin ich schon stolz, dass mir das gelungen ist.

Smilie, Ironiewarnung, Sarkasmuspruefsiegel, und so.

Der Beitrag wurde am Mittwoch, den 13. Januar 2010 um 11:26 Uhr veröffentlicht und wurde unter Thailand abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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