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Pairadise City
von hekker

Pai, au wei. Manchmal ist es nicht gut, einen Ort zweimal zu besuchen. Vielleicht liegt’s auch an meiner Erkaeltung, vielleicht bin ich auch einfach nur traurig wegen (Quick! Fetch the Cloak of Silence!). Jedenfalls ist aus diesem idyllischen Bergdorf, quasi Honigfalle, die Durchreisende mit Gemuetlichkeit und entspannten Plaudereien wochenlang in seinen Bann zog, so eine Art Livigno (auch genannt die Warze der Alpen) geworden. Man verstehe mich nicht falsch, das Essen ist gut, unser Bungalow gemuetlich und immerhin gibt’s jetzt guten Kaffee 3mal an jeder Ecke (war ja damals ein Drama), aber irgendwie seltsame Stimmung wegen Ueberkapazitaet und alles halbleer und die wenigen Backpacker (ehrlich, sind ja der Hauptgrund, warum man selbst backpacken geht) verlieren sich hilflos im Strom von Thaitouristen. Wir waren auch schon in der Bebop-Bar, wo dann eh der Baer los ist. Sehr fein, Thai Reggae, Gin Tonics und Motorrad-Gang-Expats. Gestern hingegen: Crash total. Ich glaube, ich sollte meiner angeschlagenen Gesundheit nur mehr Thermenurlaub zumuten, und das maximal in Bad Voeslau, weil Steiermark, da reden die Leute schon komisch und dem Wasser kann man nicht trauen. Heute war jedenfalls eh nett, zuerst murmelmurmel (genaue Natur der Aktivitaet verschwiegen, um die Maennlichkeit der Unschuldigen zu bewahren, nur so viel: Wir hantierten mit Messern und schweren Moersern) und morgen 2 Tagesausflug mitn Schlauchboot (Raften kann man das um diese Jahreszeit anscheinend nicht nennen; jedenfalls schon viel Feuchtsport fuer jemand, der Wasser so richtig gar nicht mag).

Chiang Mai dagegen, manchmal soll man einen Ort doch zweimal besuchen. Weil damals fand ich die Stadt ja gruslig: Heiss, stressig, schiach und man wird an jeder Ecke von gelangweilten Tuktuk-Fahrern genervt. Vielleicht liegt’s auch am Kontrastprogramm, weil Party-Koh Tao und dann Bangkok, wo schon waehrend des Duschens schon so schwitzt, dass man pickig rauskommt, da wirkt Chiang Mai wie Frischluft am Plumpsklo. Das Programm war ja auch nicht gerade stressig: Sunday Walking Street ist so eine Art Nachtmarkt in der Altstadt, wo man gemuetlich rumschlendert, dies & das anschaut und versucht, die 1000 Strassenfutterstaende leerzuessen (keine Chance!). Da gibt’s alles, sogar Sushi (nicht unlecker). Julie’s Guesthouse, empfohlen von Leila, war auch ganz gemuetlich. Sieht aus, als ob ein Wirbelsturm durch den Sperrmuell gefegt ist und irgendwer hat das Ergebnis schnell zusammengenagelt. Eigentlich mehr so ein riesiger Backpackerverschiebebahnhof: Alle sitzen im Garten rum und warten. Dann kommt wer und schreit: “Room Number 101!” und man kriegt sein Fruehstueck. Dann kommt wer und schreit: “Thlee day trekking!” und ein paar stehen auf und gehen mit. Irgendwer schreit: “Whitewater Rafting!” und 2 Leute legen die Billard-Queues weg und gehen mit. Endlich: “Minibus Pai!” und dann sind wir auch dran. Wenn man nicht ausgerufen wird, kann man oben am Dach in der Haengematte rumliegen und den Geckos zuschauen, wie sie Geckosachen machen (also auch nix) oder aufs Klo gehen (sehr Scrubs). Und 4 Euro fuer ein Zimmer.

So schaut’s jedenfalls aus im Schneckenhaus. BTW: Fun Fact about Pailand (I): Der Wortwitz wurde ja hier im 2. Jhdt. v.Chr. erfunden. Jedenfalls liest man ueberall Pairadise, Paioneer, Pailand, Applepai (leider inkonsequent, da gibt’s iPods, keine paiPods), Honeypai, Paitl, nur Pairates hat Matthias vermisst. (Eins davon ist uebrigens erfunden, Spezialpreis, wer es als 1. findet).

Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 7. Januar 2010 um 14:08 Uhr veröffentlicht und wurde unter Thailand abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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