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Avoiding the Optimistic Gap
von hekker

Angesichts der dramatisch fallenden Kommentar- bzw. Facebook-Like-Aktivitaet hat das downtheroad.at-Kollektiv einstimmig beschlossen (wurde von den Sponsoren dazu gezwungen), externe Berater hinzuziehen. Kinsey, Seinfeld & Waterhouse haben auditiert, analysiert und schlussfolgerten, dass diese bescheidene Postille in den sogenannten Optimistic Gap, auch genannt Lila-Launebaer-Luecke, gefallen ist. Kurz gesagt, keine Sau interessiert sich dauerhaft fuer: Alles urleiwand, man will viel lieber Traenen, Trauer und Drama. Deswegen hier ein kurzer Exzerpt aus den privaten Aufzeichnungen eines der Hauptschreibbeauftragten.

Confidential, not for publication. I mean, like, ever!

Also wenn “Inselurlaube sind super” nicht die groesste Massenhalluzination ist seit, ich weiss nicht. Es ist schrecklich, einfach nur schrecklich. Wenn man nach einer schlaflosen Nacht aufwacht und es so heiss ist, dass man schon vom Zaehneputzen Wildwasserbaeche aus den Achseln entwickelt, dann kann’s kein guter Tag werden. Wie denn auch? Es gibt ja nix zu tun! Am Strand rumlurchen, wo grausige Wampen und eklige Weibsbilder aufgereiht liegen wie die Wuerschtel am Grill? Ins Wasser gehen, wo die braunen Broeckerl rumschwimmen und die Fische und Kinder reinlullen? Tauchen? 1000 Tonnen Zeug umschnallen, Salzwasser schlucken, Meerviecher anschauen, wieder rauf, is eh alles gleich und dann sind die Ohren hin, wenigstens hoert man so die langweiligen ewig gleichen Tauchangebereien der hypercoolen Tauchmeister nicht.

Nix, also rumsitzen, nicht bewegen, irgendein Schrottbuch lesen, wenn dich nicht grad irgendwelche uninteressanten Leute zuschwafeln wollen ueber wie super alles ist und mich fuer ein leichtes Opfer halten. Und dieser grausige Reisfrass und sich vormachen, dass das beste Essen ever ist? Gebt mir Leberkaesesemmeln jeden Tag. Und such mal einen grossen Braunen, pah. Capuccino, Cafe Latte, lauter G’schloder, und das ewige Grinsen von den Thais dazu, und diese als Sprache bezeichnete Erbrankheit, bitte Frack und Grantig und Simmering-Deutsch jeden Tag.

Und am Abend? Von Moskitoschwaermen von einer Tschinnbumm-Bar in die naechste getrieben werden, also jede Schirmbar in St. Anton ist Konzerthaus dagegen. Sog. “Cocktails” aus Kuebeln, wo man froh sein kann, wenn Rohypnol drin ist, dann kriegt man wenigstens nix mehr mit. Der Hoehepunkt des Abends: Skinny Dipping. Ratet mal, wer als einziger alleine rauskommt. Wenn dir dann dein Zeug nicht gefladert wird, ist das eh super, aber es kommt dir nicht so vor, weil grauslig, nass, und Dreckssand ueberall, der rinnt dir Tage noch aus allen Falten und Ritzen.

Also wirklich, eigentlich will ich mich unter die naechste Kokospalme legen und der Schwerkraft ihren Lauf lassen, kumm owa, Nuss, erloese mich. Aber nein, auf ins Internetcafe und den naechsten Artikel schreiben: Au ja! Jippdidei! Es ist so fein!

So, zurueck zum Normalprogramm

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Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 7. Januar 2010 um 13:34 Uhr veröffentlicht und wurde unter Thailand abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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