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Die Vertreibung aus dem Paradies
von hekker

Das Grauen geht um idyllischen Urlaubsparadies auf Koh Tao. Man mag es kaum glauben – aber das entspannte Rumlungern ist in Wirklichkeit Paralyse, das frohe Gelaechter hysterisch und Nervenzusammenbruch, die abendlichen Parties nur verzweifeltes Betaeuben mit Alkohol in rauhen Mengen. Wenn man unter die Oberflaeche bohrt, merkt man, dass jeder hier Angst hat. Vor was? fragt der interessierte Leser. Wie kann das sein?

Hier wird man nicht von der donnergrollenden Allmachtsstimme irgendeines Gottes per “Fiat schleich di!” rausgeworfen, nein, per Vordruck. Unscheinbar ist er. Weiss, ein paar Zentimeter lang, doch er bedeutet den Untergang. So mancher glueckliche Gast kam grad vom Strandspaziergang, und da prangte er an seiner Tuer: Der Zettel, der das Ende bedeutet. Hier ein Beispiel, gefunden auf der Tuer unserer irischen Nachbarn:

Der Wisch der Apokalypse

Sie wussten noch nix von ihrem Schicksal, als sie vom letzten Tauchgang ihres Kurses zurueckkehrten, aufgeregt ueber Haie, Snapper und anderes Gewuerm schnatternd. Doch da sahen sie die aufgeregt murmelnde Menschenmenge, die sich schon vor ihrer Tuer versammelt hatte und ein eiskalter Schauer durchfuhr sie – Nein, das kann nicht sein! Man hatte schon gehoert, dass dieser, jener oder die so einen Zettel gefunden hatte, aber wer rechnet schon damit, dass es einen selbst ereilt? Der erste bemerkte sie, und schon verstummten sie, traten auseinander und bildeten ein Spalier. Wie in Zeitlupe lief es ab fuer unser armes irisches Paerchen, als sie durchgehen mussten zwischen den mitleidig gesenkten Koepfen, denn wenn man genau hinschaut, konnten sie ein schadenfrohes Glitzern in den Augen kaum vermeiden, weil, haha, ihr Zimmer war ja jetzt sicher fuer den Tag.

Zerknirscht sassen sie dann spaeter da, und jeder kam vorbei, murmelte ein paar aufmunterte Worte, ein Schulterklopfer, oder gar ein paar Baht, um das schwere Schicksal etwas leichter zu machen. Aber was kann den Rauswurf aus dem Paradies schon besser machen? Etwa der Smilie, dessen haemisch grinsende Fratze den Wisch ziert?

Aber 2 Leute in der Bluete ihres Lebens verkraften das schon. Viel gemeiner: Einen armen deutschen Mitinsassen ereilte sein Schicksal nach 3 Tagen Darmkrankheit, als er einmal nur kurz zum 7/11 kroch zwischen 2 Toilettengaengen.

Aber warum diese Grausamkeit? Warum diese Willkuer? Und wo kann ich spenden? Hoere ich jetzt den empoerten Aufruf aus der Leserschaft. Nun, es ist Hochsaison, und je Tauch desto lieber natuerlich, weil von den 8 Euro/Tag/Zimmer kann der schwedische Chef seinen ausgehoehlten Geldspeicherberg nicht fuellen. Und wer einmal offiziell, oder auch nur im Vorbeigehen zu einem Mitreisenden gesagt oder im Schlaf gemurmelt hat: Morgen abreisen; der
muss morgen abreisen, egal ob weicher Stuhl oder nicht. Weil jeden Tag spuckt die Faehre mehr und mehr Touristen aus und 9000 Baht fuer 2 Tage Openwater-Kurs zahlt keiner der alteingesessen mehr. Insofern herzlos, aber verstaendlich.

Wir werden jedenfalls am 1.1. den Abflatter machen. Zuerst Nachtboot nach Surat Thani, dann tsehohzweischweindelnd per Flugzeug nach Chiang Mai, auf in den kuehlen Norden, wo die Wikingerthais in Baerenfell gehuellt rund ums Feuer frieren (immerhin kaum 20 Grad in der Nacht!). Weil mein Ohrwaschel sich auch nur besser anfuehlt dank Schmerzmittel im Krebsendstadiumstaerke (100 Baht OTC), Matthias auch nicht gesund und mehr Meer braucht ka Sau.

Gekko auf meiner Hand

Gekko auf meiner Hand

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Der Beitrag wurde am Dienstag, den 29. Dezember 2009 um 10:29 Uhr veröffentlicht und wurde unter Thailand abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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