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Ein Blog-athon
15. Dezember 2009 von Matthias

Es weihnachtet zwar nicht gerade in unserem kleinen, verwaisten Weltreiseblog, aber das erwartet hier auch keiner. Dafür gibt es jetzt wieder neue Einträge, und zwar nicht nur von mir, sondern auch von Heinz, der uns allen zeigen wird, wo der Bartl den Most holt und wie man so einen Blog wirklich schreibt. Bis heute habe ich seine in diesem Blog letzten März in einem Kommentar geäußete Kritik an meinen zu komplizierten Schachtelsätzen nicht verwunden, was meine Bereitschaft, meinen Blog mit ihm zu teilen, umso großmütiger erscheinen läßt.

Hier ist, wie unser Guest-Blog-Star, der der Internetgemeinde als Autor eines mittlerweile schlafengelegten Radfahrerblogs bekannt sein dürfte, so treffend bemerkt, in Doha, das wir in Anbetracht geographischen Totalversagens gedanklich mit all den Klischees eines Wüstenscheichtums versehen. Weil wir ja Kosmopoliten sind; Vorurteile quasi Fremdwort.

“Wir müssen unbedingt ins Kino gehen in Bangkok”, sagt Heinz und meint damit nicht Avatar, einen Film, der ihm nur ein müdes “Muss man das sehen?” entlockt, sondern die Tatsache, dass vor jedem Film die Hymne gesungen wird. Und dass da alle aufstehen müssen. So behauptet es zumindest der Lonely Planet.

Also willkommen zurück; und nicht vergessen, dass es jetzt immer zwei Blogeinträge zu lesen gibt. Für die mit dem Faible für unverständliche syntaktische Verirrungen und für die, die wissen wollen, was eigentlich so passiert ist.

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Thaiblog: Der Hut
15. Dezember 2009 von hekker

Es war einmal, vor vielen vielen Jahren, ein relativ junger Reisender, der gerade frisch in Peru angekommen war. Voller Enthusiasmus warf er sich mit seinem nicht minderbegeisterten Begleiter gleich nach der Ankunft im erstbesten Bergdorf auf den erstbesten Berg rauf. Nun ist es doch so, dass man neben der Hoehenakklimatisierung ja auch die durchaus nicht unstarke Sonne in Betracht ziehen sollte bei einem solchen Unterfangen. Und so kam es, dass der junge Reisende doch einiges an Schneid, Elan und Frohmut einbuesste, als er die naechsten Tage stoehnend und jammernd im abgedunkelten Zimmer sein schmerzendes, von der Sonne gestochenes Haupt kaum bewegen konnte.

Seither ist der Hut eines meiner wichtigsten Reiseutensilien geworden – und die Hutsuche der symbolische Reisevorbereitungsakt schlechthin. Irgendwie ist es aber dann doch wie bei den kleinen Schweinchen-Filmstars – DEN Hut gibt es nicht. Weil jedes Mal ein neuer. Weil jedes Mal verloren, verschenkt oder sonstwie versemmelt. Der vorletzte zum Beispiel liegt wohl noch immer in einer Jurte auf einer kirgisischen Alm, der aktuelle wurde daraufhin in Karakol am Markt angeschafft. Weil wurscht ist es eh, schiach sind sie alle, und einem Hut und einer Strassenbahn soll man bekanntlich nicht nachweinen. Mal schauen, wie lang ich den jetzt haben werde.

Abgesehen vom Sonnenschutz hat er natuerlich auch noch andere Vorteile: Man kann in langweiligen Stunden das Bond-maessige Garderobenbewerfen ueben, Fruechte und andere Sachen reintun und transportieren (wobei man ihn dabei halt nimmer aufsetzen sollte), und ein zuverlaessiges Verhuetungsmittel ist er auch.

Wie auch immer, im Moment sitzen wir eher lust- und launelos am Flughafen von Doha herum, weil weitergehen tut’s erst morgen um 7 (Lokalzeit). Irgendwie ist es ja lustig, weil schon viele Leute, und alles moegliche. Indisch, Arabisch, Afrikanisch, Asiatisch, quasi fast alles, Grossfamilien, Scheichs, Wanderarbeiter mit schmutzigen Socken, stylische Asiatinnen mit Macbook Airs und dazwischen ein Haufen Backpacker am Boden bei den wenigen Steckdosen. Weil ohne Netbook heutzutage, vergiss es. Hinten sitzt ein Rudel blitzblankweissgekleideter Frauen aller Altersklassen rum, auch ein nicht unfaszinierender Anblick. Aber so insgesamt kann man das jetzt nicht als Highlight bezeichnen. Karge Raucherraeume, ein wenig Food Court, ein wenig Swarovski, eine Moschee, einen “Quiet Room” getauften Schlafraum, dessen Geruchs- und Geraeuschkulisse Matthias vielleicht noch ein wenig beschreiben wird. Und abendfuellend sind die mit Apu-Akzent vorgetragenen Lautsprecherdurchsagen auch nicht.

Jedenfalls ganz faszinierend, wir sind im Flugzeug noch draufgekommen, dass wir ja eigentlich gar net wissen, wo Doha jetzt ist. Und wann ist man scho wo, wo man nicht weiss, wo es ist.

Und deswegen bitte auch nicht nachschauen, klugscheissen und in den Kommentaren GPS-Koordinaten oder so posten, weil ein wenig Geheimnis und Mysterioes im Leben, das hat noch niemanden geschadet.

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