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Endlich einmal ein Video
25. April 2013 von Matthias

Darauf hat die Welt gewartet.

Dieser Blog ist ohnehin schon eine der zentralen täglichen Anlaufstellen im Internet für hunderttausende, wenn nicht gar Millionen von reisebegeisterten Surfern, die jeden neuen Eintrag mit Spannung erwarten und wenn es einmal mehr als ein, zwei Tage ruhig wird, das Postfach des Autors mit besorgten Anfragen zu sprengen drohen.

“Ist etwas geschehen?” fragen sie.

“Bist du noch wohlauf? Wo führen deine spannenden Reisen dich als nächstes hin? Ist es wahr, dass es diesen Blog schon länger gibt als Twitter und wann gehst du damit an die Börse und wie kann ich an Vorzugsaktien kommen?” und was derlei Fragen mehr sind. Die Mitarbeiter des Autors, die in drei Acht-Stunden-Schichten 24/7 in einem fensterlosen Verlie… ah, Büro in Bangladesh vor sich hinwerken, sind zwar bemüht, alle Bedenken ehebaldigst zu zerstreuen und den Wissensdurst hinreichend zu stillen, über kurz oder lang bleibt es aber natürlich am Autor dieser Zeilen hängen, der Welt ein weiteres Update und ein neues kleines, literarisches Meisterwerk zukommen zu lassen, damit die Produktivität in den heimischen Büros nicht vollständig zum Erliegen kommt.

Mit dem heutigen Post schlagen wir ein weiteres Kapitel in der Geschichte der technischen Meilensteine dieses Blogs auf: nach der vielfach kopierten Kommentarfunktion und den Bildergalerien darf die geneigte Leserschar nun erstmalig ein vom Autor nicht nur gefilmtes, sondern auch liebevoll geschnittenes und aufbereitetes Video in Augenschein nehmen, in welchem in etwa viereinhalb Minuten zu Dubstep-Klängen ein kleiner Einblick in einen Tauchaufenthalt auf Havelock Island (Indien) gewährt wird.

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H is for Hardcore
14. Januar 2010 von Matthias

Gerne verwendet wird ja der Ausdruck “Normalsterbliche”, weniger als Gegensatz zu abnormal Sterbenden (durch Kokosnussbefall getötet oder Opfer einer tollwütigen Laborratte), sondern mehr, um den schnöden Plebs von den wirklich interessanten Menschen abzuheben, deren Tage nicht von Routine, sondern vom Glanz des Abenteuers geprägt sind. Blueslegende Robert Johnson zum Beispiel, der auf einer Kreuzung im amerikanischen Süden, so will es der Volksmund wissen, seine Seele dem Leibhaftigen verkauft hat, um die Gitarre so spielen zu können wie kein anderer, wird ja gemeinhin eher nicht als normalsterblich bezeichnet, sondern als, nun ja, Blueslegende eben. Auf seine ganz eigene, überhaupt nicht pr0n-verwandte Art war Johnson so gesehen ziemlich hardcore, weil Seele gegen ein bisschen Saitengezupfe zeugt schon von Leidenschaft.

Fun Fact about Thailand (II): kurz bevor es zu jener schicksalhaften Begegnung zwischen Belzebub und Bluesbub gekommen ist, war Robert Johnson ja auf Südostasien-Backpacking-Trip. Der dabei entstandene Songzyklus ist wegen des wenig satanischen Gitarrenspiels eher unbekannt geblieben, aber aus gegebenem Anlass möchte ich aus dem 12-Bar “Bangkok Blues” zitieren:

Got me a ping-pong ball and a few baht to my name,
I said: got me a squishy ping-pong ball and a few baht to my name
Got me this ping-pong ball and a few baht to my name (Lawd have mercy)
Down with the Bangkok Blues again

Got a few months left to live, Lawd, I’m in pain
I said, got me a few months left to live and I’m in pain
Got me this STD, the ladyboys again,
Got me some morphine from the cornershop
To try and dull the Bangkok Blues in vain

* * *

Während meinereiner auf Koh Tao die Haie ja nur aus relativ sicherer Entfernung von ein paar Metern freitauchend erlebt hat, zeigt Heinz, dass das H in seinem Namen für “hardcore” steht und bringt das “teuer” zurück ins Abenteuer, indem er wenige Stunden vor unserem Rückflug im Siam Paragon-Shopping-Center, mit dem wir so angenehme Avatar-Erinnerungen verbinden, für umgerechnet hundert Euro in der Siam Ocean World mit den Haien tauchen geht.

Das ist vor allem aus zwei Gründen bemerkenswert, die nichts mit Haien zu tun haben (weil ich auf Koh Tao, wenige Meter, freitauchend, eh schon wissen), nämlich erstens, weil seine Mittelohrentzündung noch nicht ganz abgeklungen ist und er Bade- und Wasserverbot hat (und zudem ja eben erst erkältet war und noch immer so rumhustet wie ein Lungenkrebserkrankter im Endstadium und zweck Nasenfreimachung zur Selbstmedikamentation greifen muss) und zweitens, weil ja zwischem jedem Tauchgang und einem Flug mindestens zwölf Stunden liegen müssen, aus Sicherheitsgründen, damit man nicht elendiglich an decompression sickness erkrankt und stirbt oder zumindest einige Tage und ein paar zehntausend Dollar in einer recompression chamber verbringen darf.

Zwischen dem Ende seines Tauchgangs und unserem Flug liegen acht Stunden.

Aber Heinz, der nie zaudernde Haudegen, sagt sich wohl, Leben sowieso überbewertet und Ohren hat man ja auch zwei, also macht er sich nicht in den Wetsuit, sondern tollt zum Gaudium der nicht so mutigen Oceanworld-Besucher in Südostsiens größtem Aquarium mit den Haien, Rochen und anderem Meeresgetier herum.

Wie sich das auf unseren Flug auswirkt, ob Heinz lebend, mit irreperablen Gehör- und/oder Lungenschäden in Österreich ankommen wird oder ob wir aus medizinischen Gründen in Russland notlanden müssen, das wird die Zukunft weisen.

Das Blogvolk darf in gespannter Erwartung verharren; da wir auf downtheroad.at unsere Reisen aber gerne mit medizinischen Katastrophen beenden (siehe November 2008), sollte nicht notwendigerweise mit einem Happy-End gerechnet werden.

* * *

Got me a ruptured eardrum and my lung collapsed, my friend
I said, got me a ruptured eardrum…
usw, man kennt das mittlerweile.

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Was haben wir gelernt?
13. Januar 2010 von hekker

So ist das, kaum hat ein Urlaub so richtig angefangen, ist er auch schon wieder vorbei. Ich bin nur ein wenig traurig, dass mein Alleseinschaasartikel anscheinend von allen fuer bare Muenze genommen wurde. Ich meine, mir ist schon bewusst, dass ich ein Mensch bin, der, gaebe es eine Suderolympiade, nicht einmal hingehen wuerde, weil eh fuer die Fisch und lauter Wappler dort. Aber das?! Naja.

Gleich zweimal krank werden hat halt echt nicht sein muessen. Nicht einmal zum Raften bin ich gekommen, weil mich eine derartig orge Verkuehlung in die Haengematte gestreckt hat, kein Vergnuegen, Haelfte auch genug. Sogar die chinesische Medizin habe ich ausprobiert, die der Raftingchef Matthias fuer mich empfohlen hat. Aber was soll ich sagen, nachdem ich das uebelriechende Pulver mit Wasser zu einer kackbraunen Matschsauce verruehrt hatte und runtergewuergt, leider keine Spontanheilung, aber mir war so schlecht, dass mir die Verkuehlung auch wuerstel war fuer ein paar Stunden. Jedenfalls wurde Pai so zu einer Fortsetzung von Koh Tao, nur halt Haengematte am Flussufer, ansonsten viele Buecher und ein wenig Diplomarbeit wie gehabt. Pai ist eigentlich der beste Ort der Welt, um krank zu sein: Schoen warm am Tag, in der Nacht kuehlt es angenehm ab, im Umkreis von 250 m hat man alles, was man sich wuenschen kann: Vom French Toast mit Cappucino zum Fruehstueck, Khao Pad oder Pad Thai oder ein Kokosmilchsupperl zu Mittag, der Nachmittagskaffee bei der Lieblingskaffeestandlfrau eingenommen, und am Abend dann Essen gehen, Thai oder zur Abwechslung doch Falafel oder Pizza, vielleicht noch abgerundet mit einem Banana Roti (so palatschinkenmaessig) bei dem einen Mann mit dem Fu Man Chu-Bart. Das koennte ich noch wochenlang machen.

Vielleicht wird’s ja wirklich Zeit, dass ich den Rucksack gegen so ein Rollkofferdings austausche (spuck) und Waldviertel soll ja auch nett sein. Jedenfalls habe ich mehr Apotheken von innen gesehen als Tempel, auch was.

So, bevor ich jetzt (diesmal berechtigerweise) der Jammerei bezichtigt werde: Es is eh super. Thailand ist ja wirklich recht einfach zu bereisen, da braucht sich keiner fuerchten. Der Backpackertrail ist so breit ausgetreten und bequem gepolstert, man koennt fast glauben, das ganze Land ist ein einziger riesiger Urlaubsclub mit fuer alle was und ohne Animateure, dafuer mit besserem Essen. Weil ehrlich, die “Eating”-Sektion im Lonely Planet haetten sie sich ruhig sparen koennen, weil man schafft es ja eigentlich nicht, irgendwo 100 m zu gehen ohne das eigene Koerpergewicht in lecker Thaifood zu sich zu nehmen. Sogar die Touristenbahtausquetschung ist aufs absolut notwendige Minimum beschraenkt, man tut sich echt schwer, wirklich beschissen zu werden, und wenn, dann sind’s ein, zwei Euro zu viel und eigentlich herzig. Es ist so entspannt, man kann echt in dunklen Seitengassen sitzen und aus 1000-Baht-Scheinen Papierflieger basteln und durch die Gegend schiessen, freundliche Thais werden sie dir zurueckbringen und sich fuer die Stoerung entschuldigen.

Zum Unterhaltungsangebot; wenn einem Tauchen, Strandliegen, Schnorcheln, Trekking, Raften, Mountainbiken, Klettern, Quadfahren und Tempelanschauen schon reicht: Ein Cocktailkuebel oder zwei, und schon ist wieder alles lustig. Vor allem in Pai war das Nachtleben ja wirklich ein Hit: Livemusik an allen Ecken und Enden, viel Jazz, Reggae und Rock, Strassenbars und Pubs. Auf Koh Tao muss man halt damit leben, dass die noch immer CDs aus dem Container spielen, den sie in Ibiza vollgeschmissen haben mit lauter Sachen, die dort keine Sau mehr hoeren kann, aber siehe Kuebel.

Alles in allem ist es ja wirklich ein Kunststueck, hier keinen Spass zu haben, und ich muss sagen: Ein wenig bin ich schon stolz, dass mir das gelungen ist.

Smilie, Ironiewarnung, Sarkasmuspruefsiegel, und so.

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